
Heißhunger in den Wechseljahren: Ursachen verstehen & sanft stoppen
Zusammenfassung des Interviews für die bekannte Plattform wechselweise
mit der Wissenschaftsjournalistin Alexandra Grass.
Viele Frauen, die zu mir kommen, sagen denselben Satz:
„Ich weiß eigentlich so viel über gesunde Ernährung – und trotzdem kommen regelmäßig diese Heißhungerattacken.“
Oft passiert es am Nachmittag. Man hat zu Mittag gegessen, fühlt sich kurz satt – und gegen 15 oder 16 Uhr meldet sich plötzlich ein starkes Verlangen nach Süßem. Schokolade. Kekse. Etwas, das schnell Energie bringt. Danach folgt nicht selten das schlechte Gewissen.
Die wichtigste Botschaft vorweg:
Heißhunger in den Wechseljahren ist kein Zeichen von Schwäche oder fehlender Willenskraft.
Er ist ein Signal deines Körpers, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Heißhunger in den Wechseljahren – warum dein Körper er so häufig nach Zucker schreit
Mit Beginn der Wechseljahre verändern sich mehrere Hormone gleichzeitig. Diese Veränderungen beeinflussen direkt:
- den Blutzuckerspiegel
- die Stressreaktion des Körpers
- das Hungergefühl
- die Fetteinlagerung, besonders am Bauch
Was früher funktioniert hat beim Abnehmen, reicht jetzt nicht mehr aus. Das ist kein Versagen – sondern eine neue Ausgangslage.
Was bei Heißhunger im Körper passiert
Plötzlicher Heißhunger ist häufig ein Zeichen für eine Unterzuckerung.
Der Blutzucker ist zu stark abgesunken, das Gehirn bekommt zu wenig Energie – und fordert schnelle Hilfe an.
Typischer Ablauf:
- Blutzucker fällt ab
- starkes Verlangen nach Zucker oder schnellen Kohlenhydraten
- Blutzucker steigt rasch
- Insulin wird ausgeschüttet
- Blutzucker fällt erneut ab
Dieser Kreislauf bedeutet Stress für den Körper – und verstärkt Heißhunger langfristig.
Heißhunger, Hormone, Blutzucker ab 50
In den Wechseljahren sinken wichtige Hormone ab und verändern unseren Stoffwechsel und unser Wohlbefinden:
- Östrogen sinkt → der Blutzucker wird instabiler
- Progesteron sinkt → Stress wirkt stärker
- Wachstumshormone sinken→ Regeneration nimmt ab
Die Folge:
Der Körper reagiert empfindlicher auf Stress, Unterzuckerung und Nährstoffmangel. Heißhunger wird häufiger – besonders auf Süßes.
Heißhunger auf Süßes
Heißhunger ist kein Willensproblem: Viele Frauen glauben, sie müssten sich einfach mehr zusammenreißen.
Doch Heißhunger wird hormonell, emotional und biochemisch gesteuert – nicht durch Willenskraft.
Auch frühere Diäten, unregelmäßiges Essen oder langjährige Ernährungsgewohnheiten spielen eine Rolle. Schuldgefühle helfen hier nicht weiter. „Die neue Situation verstehen“ schon.
Heißhunger, Stress und Emotionen
Stress erhöht den Energiebedarf des Gehirns deutlich.
Gleichzeitig reagieren Frauen in den Wechseljahren sensibler auf Belastungen.
Typische Auslöser:
- beruflicher oder familiärer Druck
- Grübeln und Sorgen
- emotionale Überforderung
Süßes wirkt kurzfristig beruhigend – verschärft aber langfristig den Heißhunger-Kreislauf.
Ganzheitlicher Ansatz: Ernährung, Darm & TCM
In meiner Arbeit verbinde ich westliche Ernährungswissenschaft mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Die TCM spricht bei häufigem Heißhunger von einer geschwächten „Mitte“ – also einer eingeschränkten Verdauungs- und Aufbaukraft.
Zu viele Diäten, zu wenig warmes Essen oder ausgelassene Mahlzeiten können dazu führen, dass der Körper trotz Essen nicht ausreichend versorgt ist.
Immer wieder Heißhunger – was tun?
Was wirklich gegen Heißhunger hilft (ohne Diätstress): Sanfte, alltagstaugliche Hebel sind oft wirkungsvoller als strenge Regeln.
Eiweiß & gesunde Fette
Stabilisieren den Blutzucker und sorgen für langanhaltende Sättigung.
Ein gutes Frühstück
Ein ausgewogenes Frühstück im Laufe des Vormittags kann Heißhunger im Tagesverlauf deutlich reduzieren.
Regelmäßige Mahlzeiten
Geben dem Körper Sicherheit und verhindern starke Blutzuckerschwankungen.
Bewegung & Krafttraining
Stabilisieren den Blutzucker, senken Stresshormone und wirken langfristig regulierend auf den Appetit.
Darmgesundheit
Ein gesunder Darm normalisiert Hunger- und Sättigungssignale.
Schlaf
Schlafmangel verstärkt Heißhunger und stört das hormonelle Gleichgewicht.
Heißhunger auf Süßes - Soforthilfe
In akuten Situationen können helfen:
- Bittertropfen
- Espresso mit einem Glas Wasser
- grüner Tee mit Zimt (bei Hitze vorsichtig)
- kleine Portionen Nüsse, Oliven oder Beeren
Fazit
Er ist ein Signal deines Körpers, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Wenn du deine persönlichen Heißhunger-Auslöser erkennst, kannst du gezielt gegensteuern – sanft, hormonfreundlich und ohne Diätstress.
Dann wird Essen wieder ruhig. Und Abnehmen wieder logisch.
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Sabine Schmied, BA
Mentorin für gesundes Bauchgefühl und Reset in den Wechseljahren
Dipl. Ernährungsberaterin nach TCM



